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Zweite Auflage des Frankfurter Gastro-Brunchs

Enger Dialog zwischen Stadt und Gastronomie

Am Dienstag, den 21. Oktober 2025, fand die zweite Ausgabe des „Frankfurter Gastro-Brunch“ statt – ein Format, das den Austausch zwischen der Stadt, der Wirtschaftsförderung Frankfurt und Frankfurts vielfältiger Gastronomieszene weiter vertiefte.

v.l.n.r.: James Ardinast (Initiative Gastronomie Frankfurt), Bernhard Grieb (Wirtschaftsförderung Frankfurt), Lena Iyigün (Initiative Gastronomie Frankfurt), Philipp Horn (Gastronom, Betreiber der "Margarete"), Kerstin Junghans (DEHOGA), Eduard M. Singer (Stadtmarketing der Stadt Frankfurt), Martin Süß (IHK Frankfurt am Main); Copyright: Marvin Fuchs. 

Über 90 Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Frankfurter Gastronomie kamen von in der Margarete in der Braubachstraße zusammen, um aktuelle Themen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Branche zu diskutieren. Die Initiative Gastronomie Frankfurt (IGF) präsentierte ihre kommunalpolitischen Kernthemen, die sich insbesondere auf Maßnahmen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels und zur Sicherung der Attraktivität der Frankfurter Innenstadt konzentrieren. Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main erläuterte Ergebnisse ihrer Saisonumfrage Tourismus und daraus ausgewählte Zahlen aus der Gastronomie.

Neuer Schwung durch neue Gesichter

Erstmals wurde die Veranstaltung von Bernhard Grieb, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Frankfurt, eröffnet. In seinem Grußwort betonte er die große Bedeutung der Gastronomie für die Stadt: „Die Gastronomie ist weit mehr als nur ein Wirtschaftszweig – sie ist Begegnungsort, Kulturträger und Standortfaktor zugleich. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit der Branche die Rahmenbedingungen zu verbessern, Innovation zu fördern und Frankfurt als lebendige Genussstadt weiter zu profilieren.“

Eduard M. Singer, Leiter des Stadtmarketings Frankfurt, hob in seiner Ansprache die Rolle der Gastronomie für das Stadtbild und die Markenidentität hervor: „Leidenschaft, Emotion und Innovationskraft machen das Frankfurter Gastgewerbe zu einem wichtigen Teil unserer Stadtkultur. Es schafft Erlebnisse, die Frankfurt prägen und verbinden. Unser Ziel ist es, dieses Potenzial gemeinsam mit der Branche weiter zu stärken und sichtbar zu machen.“

Kerstin Junghans, Geschäftsführerin des DEHOGA Frankfurt, betonte in ihrem Grußwort: „Frankfurt hat das Potenzial zur Gastrohauptstadt – aber ohne faire Rahmenbedingungen geht es nicht. Die langjährige Forderung des DEHOGA nach der dauerhaften Senkung der Mehrwertsteuer auf 7 Prozent ist überfällig und entscheidend, um unsere Betriebe zu sichern. Gleichzeitig sind Themen wie Ausbildung und Fachkräftesicherung zentral für die Zukunft unserer Branche; Projekte wie das DEHOGA Frankfurt Kick-Start-Programm und die Zusatzqualifikationen in der Ausbildung leisten hier wertvolle Arbeit.“ Zudem bedankte sich Kerstin Junghans bei der Stadt Frankfurt für die Unterstützung des ‚Coole Branche‘-Projekts.

Aktuelle Herausforderungen im Fokus

Im Mittelpunkt des diesjährigen Gastro-Brunches standen die aktuellen Herausforderungen der Frankfurter Gastronomieszene. Viele Betriebe sehen sich weiterhin mit steigenden Kosten für Energie, Lebensmittel und Personal konfrontiert, während die Umsätze inflationsbedingt unter Druck stehen.

Ein weiteres zentrales Thema war der anhaltende Fach- und Arbeitskräftemangel. Zahlreiche Gastronominnen und Gastronomen berichteten von Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu gewinnen und langfristig zu halten. Hierbei wurden neue Wege der Nachwuchsförderung und Anreizgestaltung diskutiert. Die Initiative Gastronomie Frankfurt fordert zum Beispiel, die Genehmigungsprozesse rund um die Beschäftigung von Geflüchteten und Fachkräften aus dem Ausland zu beschleunigen und einen stärkeren politischen Fokus auf Bildung und Ausbildung von Fachkräften zu legen.

In ihrem Grußwort brachte IGF-Vorstandsvorsitzende Lena Iyigün einen weiteren Aspekt zur Sprache, die Gastronominnen und Gastronomen in Frankfurt umtreibt: „Wir benötigen klare Regeln, damit vor Allem in den Sommermonaten Gastronomie im öffentlichen Raum bis 24 Uhr möglich ist. Die aktuelle Situatuon führt dazu, dass Restaurants vermehrt um 22 Uhr schließen. Wir wünschen uns, dass der öffentliche Raum kuratiert belebt ist und die Innenstadt wird für Einheimische und Touristinnen und Touristen attraktiv bleibt, auch nach Einbruch der Dunkelheit.“ Gleichzeitig müssen Politik und Stadtgesellschaft gleichermaßen verstärkt auf Sicherheit und Sauberkeit in der Innenstadt setzen.

Auch verändertes Konsumverhalten, Nachhaltigkeitsanforderungen und der Digitalisierungsdruck prägen zunehmend den Alltag der Branche. Gäste achten stärker auf Preis, Qualität und Erlebnisfaktor, während Betriebe sich gleichzeitig nachhaltiger und digitaler aufstellen müssen.

Die IHK-Saisonumfrage Tourismus für den Herbst 2025 zeigt: Nur 16 Prozent der befragten Gastronominnen und Gastronomen bezeichnen ihre Geschäftslage derzeit als „gut“. Hinzu kommt, dass etwa die Hälfe der befragten Betriebe davon ausgeht, dass sich die Geschäftslage in der kommenden Saison ungünstiger entwickelt. „Bei der Hälfte der Gastronomiebetriebe sind die Umsätze derzeit rückläufig, während die Zahl der Insolvenzen steigt. Die Unsicherheit in der Branche ist deutlich spürbar und unsere Zahlen zeigen, dass viele Betriebe in wirtschaftlich schweren Zeiten stecken. Daher benötigt die Gastronomie politische Unterstützung und nicht mehr Bürokratie in Form einer Verpackungsteuer, wie sie aktuell in Frankfurt diskutiert wird“, erklärt Martin Süß, zuständig für den Bereich Gastronomie bei der IHK Frankfurt am Main.

Gemeinsam für eine starke Gastro-Zukunft

Der zweite Gastro-Brunch bot erneut eine lebendige Plattform für Austausch und Vernetzung. In offenen Gesprächen diskutierten Vertreter der Branche mit der Stadt über konkrete Ansätze zur Verbesserung der Rahmenbedingungen – von einfacheren Genehmigungsverfahren bis hin zu neuen Förder- und Ausbildungsinitiativen. Die hohe Beteiligung zeigte deutlich das Interesse und die Bereitschaft der Frankfurter Gastronomieszene, gemeinsam mit der Stadt an tragfähigen Lösungen zu arbeiten.

Team-Mitglied Oliver Reul

Oliver Reul
Projektmanager Unternehmenskommunikation

+49 69 212 35075
oliver.reul(at)frankfurt-business.net

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