Frankfurt am Main baut seine internationalen Verbindungen im Startup- und Innovationsökosystem weiter aus. Im Rahmen der Delegationsreise des Oberbürgermeisters nach Japan und die Partnerstadt Yokohama standen unter anderem der Austausch zwischen Startups, Unternehmen und Institutionen sowie neue internationale Kooperationsmöglichkeiten im Mittelpunkt. Ein wichtiger Programmpunkt war die Teilnahme am „YOKOHAMA CONNÉCT“, einem Netzwerktreffen der Startup-Initiative der Stadt Yokohama, am 9. September.
Japanische Gründerinnen und Gründer mit Interesse am deutschen Markt konnten direkt mit Ansprechpartnern der Wirtschaftsförderung Frankfurt und dem städtischen Startup-Projekt Frankfurt Forward ins Gespräch kommen. Nach der Begrüßung durch OB Josef, stellte Bernhard Grieb, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Frankfurt als modernen Innovationsstandort vor, der gerade internationalen Unternehmen und Startups durch sein umfassendes Ökosystem viel zu bieten hat. Christian W. Jakob ergänzte als Projektleiter von Frankfurt Forward dessen Leistungen im internationalen Matchmaking. Anschließend präsentierten vier junge Unternehmen aus der Region Frankfurt RheinMain ihre Ideen und Geschäftsmodelle vor einem internationalen Publikum und tauschten sich mit dem japanischen Gründungsökosystem aus. Im Fokus standen dabei Innovation, nachhaltiges Wirtschaften und ein verantwortungsbewusster Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Moderiert wurde das Event von Eric Menges, Geschäftsführer der FrankfurtRheinMain GmbH.
Oberbürgermeister Josef schätzt Beziehung zwischen Frankfurt und Yokohama
Oberbürgermeister Mike Josef betonte in seiner Begrüßung: „Die Partnerschaft zwischen Frankfurt und Yokohama ist weit mehr als eine symbolische Verbindung zweier Städte. Sie schafft konkrete Anknüpfungspunkte für wirtschaftlichen Austausch, Investitionen und internationale Zusammenarbeit. Gerade in Zeiten globaler Veränderungen ist es wichtig, starke internationale Beziehungen zu pflegen und neue Brücken zwischen Märkten zu bauen. Die Begegnungen in Yokohama haben gezeigt, welches Potenzial in der Zusammenarbeit unserer beiden Städte steckt, dies wurde auch durch die eindrucksvollen Vorstellungen der Startups deutlich.“
Auch Bernhard Grieb sieht in der internationalen Vernetzung einen wichtigen Baustein für die Entwicklung des Frankfurter Startup-Ökosystems: „Der Austausch mit der Startup-Szene in Yokohama war für uns sehr wertvoll, denn internationale Partnerschaften wie diese schaffen hilfreiche Verbindungen zwischen Innovationsstandorten und eröffnen neue Perspektiven für Unternehmen auf beiden Seiten. Gerade bei Zukunftsthemen wie Technologie, Nachhaltigkeit und Künstlicher Intelligenz entstehen die besten Ideen oft dort, wo unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. Wir sehen großes Potenzial für gemeinsame Projekte und freuen uns darauf, die aufgebauten Beziehungen weiterzuentwickeln. So können wir Frankfurt als attraktiven Ort für Innovation und Gründungen profilieren.“
Konkrete Perspektiven für internationale Zusammenarbeit
Mit vor Ort war auch das 2019 in Seeheim-Jugenheim gegründete Unternehmen WIANCO, es ist Teil des Frankfurt Forward Alumni-Netzwerks. WIANCO entwickelt mit EMMA eine kognitive KI-Plattform, mit der Unternehmen – insbesondere Organisationen des öffentlichen Sektors – komplexe Prozesse ohne Programmierkenntnisse automatisieren können. Michael Wilczynska, Geschäftsführer von WIANCO, sagt: „Für unsere weitere internationale Expansion ist der Wertepartner Japan von herausragendem Interesse: Die Delegationsreise des Oberbürgermeisters und weiteren Akteuren der Stadt Frankfurt hat Sichtbarkeit und eine verstärkte Vertrauensbeziehung zu unserer KI-Plattform EMMA geschaffen, sodass sogar noch vor Ort zwei konkrete Pilotprojekte initiiert werden konnten.“
Zusätzlich waren mit ENVIOTECH, MAGNOTHERM und THREEDY weitere innovative Unternehmen aus der Region digital in den Austausch eingebunden. ENVIOTECH mit Büro in Frankfurt entwickelt Upgrade-Kits für bestehende Straßenlaternen, die mithilfe von Bewegungserkennung automatisch gedimmt werden können. Der Ansatz ermöglicht Städten, Energieverbrauch und Kosten zu reduzieren. Gründer Adrian Rhaese bestätigte, dass er im Nachgang an den Termin bereits mehrere konkrete Anfragen zu ENVIOTECH erhalten habe.
MAGNOTHERM arbeitet an einer magnetischen Kältetechnologie, die ohne herkömmliche Kältemittel auskommt und somit deutlich energieeffizienter sowie sicherer arbeitet. THREEDY entwickelt mit instant3Dhub eine Lösung, mit der Unternehmen große CAD-Daten direkt im Browser und auf unterschiedlichen Endgeräten über ihre Teams hinweg zugänglich machen können.
Internationales Matchmaking verstärken
Mit der YOXO Box, dem Startup- und Innovationszentrum, das von der Stadt Yokohama in Kooperation mit Unternehmen wie der Mitsubishi Estate Group und lokalen Organisationen betrieben wird, wurden noch weitere Akteure des Startup- und Innovationsökosystem von Yokohama besucht. Die Wirtschaftsförderung tauschte sich gemeinsam mit WIANCO und Frankfurt Forward mit den dortigen Partnern über Möglichkeiten der Zusammenarbeit aus. Ziel ist es, künftig beim internationalen Matchmaking enger zu kooperieren und Unternehmen sowie Startups aus beiden Ökosystemen gezielt miteinander zu vernetzen.
Frankfurt Forward bietet hierfür bereits eine Plattform, über die Unternehmen internationale Kontakte aufbauen und neue Märkte erschließen können. Die Aktivitäten in Japan knüpfen damit an das Ziel der Stadt Frankfurt am Main an, das Frankfurter Startup-Ökosystem international sichtbarer zu machen, den Zugang zu neuen Märkten zu erleichtern und konkrete Kooperationen zwischen Frankfurter Unternehmen und internationalen Partnern zu initiieren.